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Eine Berliner New Yorkerin, die den Abenteuern und Banalitäten der Metropole mit ner doppelten Erwachsenenportion Neugier und Mitteilungsbedürfnis begegnet.

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Friday
16Jan2009

Apotheke: Ein guter Kandidat für den Titel "New Yorker Bar des Jahres"

2009 ist erst 16 Tage alt und ich habe schon eine Bar gefunden, die ein vielversprechender Anwärter auf den Titel "Bar des Jahres" ist.

Apotheke (der New Yorker sagt "Apotiek"). Nummer 9 der zickzackigen Doyers Street. (Warum diese Straße so gewunden ist, habe ich hier schon mal erklärt.) Ein ehemaliger "Opium Den" mitten in Chinatown. Und jetzt eine dieser Bars, in der die Cocktail-Mixology zur Kunstform erhoben wird. Irgend jemand hat gesagt, Apotheke sähe aus wie ein viktorianisches Bordell mit einer wirklich beeindruckenden Bar. Kein schlechter Vergleich.

Mein Lieblings-Feature waren die gepolsterten Wände. Wände, gepolstert! Echt wahr.

Hinter der Bar stehen Mixmeister in Laborkitteln. Das erweckt bei mir direkt den Eindruck, dass hier mit besonders edlen Zutaten hantiert wird. (Denselben Effekt hatten bei mir immer die weißgewandeten Clinique-Verkäuferinnen. Denen habe ich auch immer alles abgekauft.)

Die Getränke sind thematisch nach ihrer Wirkung geordnet: Zur Auswahl stehen zum Beispiel Pain Killers (falls dir beispielsweise auf dem Weg vom West Village nach Chinatown alle Zehen abgefroren sind und das doll wehtut), Stress Relievers (falls dich diese ganze riesige Auswahl an Getränken total stresst), Aphrodisiacs (falls du eine Entschuldigung zum spontanen Rumknutschen mit Fremden brauchst), Health & Beauty (falls du findest, dass dein Äußeres nach all den Cocktails gelitten hast und du einen Cocktail brauchst, der das alles wieder in Ordnung bringt).

Ich habe mit meiner Begleitung tüchtig das Tanzbein und die orange leuchtenden Wogen meines neuen Kleides geschwungen. Die Kellnerin war genauso verschossen in uns wie wir in sie und hat uns immer wieder einen Cocktail aufs Haus vorbei gebracht und unsere Cocktailgläser abgeckt wenn wir getanzt haben -- bestimmt damit uns keiner Roofies reintut. (Und am Ende wollte sie uns sogar einen Teil unseres Trinkgelds wiedergeben. Das hat es im Land des Trinkgeldschwachsinns noch nicht gegeben.)

Ich weiß nicht mehr ganz genau, was ich alles getrunken habe, doch so wie es mir ging, kam das meiste bestimmt aus der "Euphoria"-Sektion.

Und der Tag danach? Wie es mir da ging erklärt vielleicht die Tatsache, dass ich erst heute schreibe, obwohl sich all dies schon vorgestern zugetragen hat.

Reader Comments (2)

Das ist ein Schwindel mit den Kategorien - sind alle das gleiche: Schmerzbefreiendes stressnehmendes Gesundheitsprogramm - und dann klappt's auch mit dem Nachbarn. ;-)

January 16, 2009 | Unregistered CommenterKarateBiber

Sind wir da einem Betrug auf der Spur?

January 16, 2009 | Registered CommenterBerlinessa

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